Ein Fall für Stephanie in Malentes Theater Palast - kultur Nr. 199 - März 2026

Stephanie Lamm. Beschreibung: Die Darstellerin im rosafarbenen Paillettenkleid.
Foto: Malentes Theater Palast, 2025/2026
Stephanie Lamm. Beschreibung: Die Darstellerin im rosafarbenen Paillettenkleid.
Foto: Malentes Theater Palast, 2025/2026

Eine Frau von Format
Nein, keine Operette! Obwohl Stephanie Lamm mit ihrer tollen Mezzosopran-Stimme das gewiss auch kann.

Seit etlichen Jahren gehört sie zur Malente-Familie und wirkte schon in deren Programmen mit, bevor Knut Vanmarcke und Dirk Vossberg-Vanmarcke ihr historisches Spiegelzelt bezogen. Nun ist sie dort mit ihrer ersten Solo-Show "Ein Fall für Stephanie" zu erleben. Und verabschiedet sich gleich zu Anfang wieder. „Ein Bett im Kornfeld“ wäre doch nach dem ganzen Feiertagsstress eine gute Alternative zur Bühne. Selbstverständlich verschwindet sie nicht hinter den Kulissen, sondern nur hinter einem Paravent, wo der wunderbare „Andy“ (Chefmaskenbildner und Ankleider Andreas Hintz) für immer neue elegante Outfits und Perücken sorgt. Wobei Stephanie immer munter weiter plaudert über ihr Leben, die Musik, ihre Lieblingssängerinnen Whitney Houston und Patti Smith sowie ihre Erlebnisse auf Kreuzfahrtschiffen, deren Küche bekanntlich der Figur eher zuals abträglich ist. Stephanie spielt selbstironisch mit ihrer Erscheinung und äußerst charmant mit dem Publikum. Keine scharfen Pointen oder Anzüglichkeiten. Lieber erzählt sie lustige Anekdoten, wobei allerdings das überwiegend betagte Kreuzfahrtpublikum schon mal zur Zielscheibe kleiner Bosheiten wird.
Stephanie präsentiert sich nicht als Kunstfigur, sondern als sympathisch uneitle Künstlerin. Vor allem jedoch singt – ein paar Mal sogar unplugged – und tanzt sie. Geboren wurde sie vor ungefähr vierzig Jahren in Rietz-Neuendorf bei Sauen in Ost-Brandenburg. Da darf natürlich die Ossi-Hymne „Du hast den Farbfilm vergessen“ nicht fehlen. Ihre Ausbildung zur Bühnendarstellerin absolvierte sie an der Stage School Hamburg, wo sie auch erstmals den Malentes begegnete. An der Hansestadt hängt ihr Herz immer noch, auch wenn sie inzwischen in Bad Godesberg wohnt. Ihr breitgefächertes Repertoire reicht vom Chanson über Schlager bis zu Musical- und Popsongs. Dass sie einst sogar mal Cindy aus Marzahn gedoubelt hat, vermerkt sie am Rande gern. Außerdem ist sie ausgebildete Sonderpädagogin und hat während der Corona-Zeit auch wieder an einer Grundschule gearbeitet. Ihr empathisches Wesen kommt ihr zudem zugute bei ihrer neuen Nebentätigkeit als Hochzeitssängerin. Sehr gern hält sie da Reden für die jungen Paare und gestaltet deren Fest mit ihrer Lieblingsmusik. Ihr rundum gelungener Solo-Abend zeigt also auch neue Facetten der liebenswürdigen Entertainerin mit der voluminösen Stimme, die aber gern auch leisere Töne anschlägt. Die beschwingte Mischung aus Humor, Gefühl, Bewegung und Musik macht einfach Vergnügen. Herzlicher Applaus!

Donnerstag, 16.04.2026

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